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Very Britsh

Darauf hatte ich mich schon lange gefreut! Ein Mädelstripp nach London! Genauer gesagt mit meinen beiden Schwestern Gabriela und Angela. Shame on me, aber das letzte Mal, dass ich in Lodon war, liegt schon 32 Jahre zurück! Ups, daran merkt man, wie alt man wird. Aber das reale und das gefühlte Alter sind ja zweierlei und nur unwichtige Zahlen.

Let´s go, ladies!

Tag 1

The Shard

Wo startet man einen Drei-Tages-Tripp in London? Erst mal einen Überblick verschaffen, dachte ich mir. Da ist doch der Wolkenkratzer Shard geradezu prädestiniert. 310 Meter hoch, auf 72 Stockwerke verteilt – hier genießt man einen grandiosen 360-Grad-Blick über die britische Hauptstadt.

Yeah, der Mädelsurlaub hat begonnen! Angela, Vera und Gabriela (von links und zufällig auch dem Alter nach aufgereiht!). Ich bin das „Sandwich“-Kind!

Wow, 69 Stockwerke wurden wir in Nullkommanichts im Fahrstuhl nach oben katapultiert. Die letzten drei ging es zu Fuß weiter. Na, soweit hätte der Fahrstuhl doch auch noch fahren können!

Angekommen!

Nach der langen Anreise im Flieger, in der Express-Bahn und der Tube kann eine kleine Einheit Yoga und Stretching nicht schaden, oder?

Wer hat schon dabei die Tower Bridge unter sich!

Es finden übrigens auch Yoga-Klassen im Shard statt. Leider nur Samstags. Da waren wir schon wieder weg.

Beeindruckend diese Aussicht!

Borough Market

So langsam meldete sich bei uns auch der Hunger. Wie gut, dass Adlerauge Vera schon vom Shard aus den berühmetesten Markt Londons erblickt hat, den Borough Market.

Auf diesem wunderschönen Markt sind sowohl meine nicht-veganen Schwestern und ich fündig und satt geworden.

Meine Wahl fiel auf den „Veg Pot“ von Wokit mit Süßkartoffel- und Buchweizen-Nudeln, Tofu, Erbsenschoten und Pilzen.

Wir waren schon um 3:15 h morgens aufgestanden, aber für Müdigkeit war keine Zeit! Dafür gibt es viel zu viel zu entdecken! Gut gestärkt waren wir ja nun erst einmal wieder. Weiter geht´s!

Ob nun frisch gepresste Säfte …

… oder Streetfood aus aller Herren Länder – der Borough Market bietet für jeden Geschmack etwas

Auffallend hübsch mit frischen Blumen geschmückt sind immer die Kneipen in London. Wer kann mir verraten, weshalb? Sind sie das zweite bzw. erste Zuhause vieler Briten?! Die schönen Häuser weisen einem jedenfalls schon von Weitem den Weg!

Camden Market

Unsere nächste Station lautete Camden Market. Ein buntes Pflaster, bestehend aus unzähligen Shops und internationalen Gastroangeboten. Auch hier mal wieder zahlreiche vegane Angebote.

Auf dem Camden Market kann man sich regelrecht verlaufen. Kommt man erst einmal an den kommerziellen Shops an der Hauptstraße vorbei, bietet sich ein Labyrinth aus wunderschönen Gassen und einem sehr vielseitigen Angebot.

Die historischen Klassiker von Dr. Martens gibt es mittlerweile auch vegan. Top!

Viele Kunsthandwerkerstände in bezaubernder historischer Kulisse

Guilt free crepes – Naschen ohne schlechtes Gewissen bietet Nojo

Thamon produziert wunderschöne Accessoires aus veganem Leder. Alle Produkte sind aus Blättern hergestellt.

Mädels, wartet mal eben! Hier muss ich mal in Ruhe gucken! Igueco verkauft Schmuck, der aus Rohkost gefertigt wurde! Genial! Der charmante Verkäufer und ein Freund der Firmenchefin ist auch Veganer. Welch Zufall! Tja, da habe ich die Qual der Wahl. Am Ende habe ich mich für einen – natürlich grünen! – Ring bestehend aus Linsen und Mohnsamen entschieden. Hübsch, oder?

Auch das Boho-Kissen habe ich auf dem Camden Market erstanden

Das war ein wundervoller erster Tag! Totmüde fahren wir in die Unterkunft.

Tag 2

Harrod´s

Hello sunshine! Der Tag kann beginnen!

Good morning, London! Was stellen wir drei Hübschen denn heute Schönes an?

Harrod´s lag auf unserer Busstrecke Richtung City. Hier legten wir einen Zwischenstopp ein. Harrod´s zählt zu den größten, exklusivsten und berühmtesten Warenhäusern der Welt. Aber Gucken kostet ja nichts!

Der ägyptische Fahrstuhl ist ein Traum

Liberty

Hello Lady in Yellow!

Das majestätische Liberty ist ein Traditionskaufhaus von 1875. Wunderschön!

Yorica

Von Yorica hatte ich neulich auf Instagram gelesen. Sie bieten veganes Eis, Softeis und Waffeln an. Alles auch noch gluten-, weizen- und nussfrei.

Die meisten Eissorten sind aus Reis- oder Kokosmilch

Leckeres Softeis. Vanille hat mir ehrlich gesagt besser als Matcha geschmeckt.

Yummi!

Soho

Soho liegt im West End in der Nähe der Oxford Street. Im ehemaligen Rotlichtviertel findet man Galerien, Plattenläden und viele internationale Restaurants, auch viele südamerikanische. Soho ist ein sehr buntes und multikulturelles Viertel. Südlich der Shaftesbury Avenue, die Soho von Picadilly nach Nordosten durchquert, ist eine der größten Chinatowns außerhalb Chinas entstanden.

Beim Posten erwischt!

Leider hatte ich in Thailand keine Durian gekostet. Und ich bin immer noch satt vom Eis. Dann muss ich wohl wieder bald nach Thailand fliegen!

Wild Food Café

Eine grüne Oase mitten in der Mega-Metropole

Das Wild Food Café stand auch ganz oben auf meiner Liste. Wir hatten Glück, dass wir einen Tisch bekommen haben. Reservieren ist hier nicht möglich. Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass es nur Rohkost anbietet, ist aber nicht der Fall. Im Sommer wird überwiegend Rohkost auf die Karte genommen, aber zur kalten Jahreszeit gibt es auch warme vegane Gerichte. Uns hat es jedenfalls geschmeckt.

Spiced Apricot Hummus on Raw Crackers

Quan Yin Bowl

Beide Gerichte waren sehr lecker. Auch Angela mundeten ihre Cracker!

Was uns besonders positiv auffiel: in allen veganen Restaurants wurden uns unaufgefordert  und gratis Karaffen mit aromatisiertem Wasser (mal mit Gurke oder Limonen) gereicht und auch wieder aufgefüllt. Ein netter Service!

Direkt unter dem Wild Food Café war das Neal´s Yard Remedies. In dem wunderschönen Naturkosmetikladen gab es auch die Pflegeserie von Deliciously Ella. Die bekannte englische Bloggerin hat gerade mit ihrem Mann Matthew das dritte Deli in London eröffnet. Zu meinem großen Bedauern blieb uns keine Zeit, bei ihr vorbeizuschauen.

Ella Woodward sagt von sich, sie sei ein Zuckermonster gewesen, das nicht kochen konnte. Als sie unter einer Nervenkrankheit litt und niemand ihr helfen, stellte sie ihre Ernährung um und erfuhr Linderung. Seither ernährt sie sich ausschließlich vegan und glutenfrei, zum großen Vorbild vieler internationaler Fans.

Auf zu Alladin!

Gabriela und ich hatten unserer „kleinen“ Schwester Angela zum Geburtstag Karten für Alladin geschenkt. Und wir drei waren hellauf begeistert! Das 1930 eröffnete Prince Edward Teatre bot eine sehr nostalgische Kulisse. Die Sicht war von allen Plätzen einwandfrei, da die Steigung schwindelerregend hoch ist. Eigentlich müssen wir das Musical zum Vergleich noch einmal in Hamburg mit unseren Männern schauen!

3. und letzter Tag

Farm Girl Café

Von dem Farm Girl Café im schönen Notting Hill hatte ich schon viel gelesen. Ein gemütlicher Ort zu jeder Tageszeit. Auch hier gibt es viele vegane, lactose- und glutenfreie Alternativen. Da wir direkt vorher gefrühstückt hatten, stand uns nur der Sinn nach einem zweiten Kaffee.

Ein regulärer Cappuccino (oben links) für Gabriela, eine Rose Latte mit Rosenwasser, Mandelmilch und Rosenblüten für mich (Mitte) und eine extravagante schwarze Milch für Angela mit Kohle und Dattelsirup (oben rechts). Alle drei waren sehr lecker. Am Ende hatte Angela aber die schwärzeste Zunge!

Nama Artisan Raw Foods

Das Beste kommt zum Schluss oder wie war das? Auf das rohvegane Restaurant Nama Artisan Raw Foods war ich besonders gespannt. Vorsorglich hatte ich uns für den Abreisetag einen Tisch zum Lunch reserviert.

Vorab hatte ich recherchiert, wo wir am besten essen gehen können. Ich hatte extra vorher Russell James, den bekannten Raw Chef, angeschrieben, ob er Restaurant-Tipps hätte. Netterweise erhielt ich einen Link mit ganz vielen Tipps. Ich war baff, wie viele rohvegane Restaurants es in London gibt! Die glücklichen Briten! Warum gibt es nicht wenigstens EIN rohveganes Restaurant in Hamburg?

Na ja, wie dem auch sei, an erster Empfehlungsstelle stand das Nama. Die liebe Alex von Rawandsexy sagte mir auch vorher, dass sie selbst gern mal ins Nama Foods gehen würde.

Wer interessiert an der Liste des Raw Food Mecca in London ist, klickt am besten hier mal auf der Seite Rawlondener rein.

Meine beiden Schwestern essen wie gesagt nicht vegan. Natürlich wollten sie auch die typischen Fish and Chips probieren, waren aber so lieb, sich auf das „Abenteuer“ vegane und rohvegane Küche mit mir einzulassen und bestellten eifrig mit und leisteten mir Gesellschft. Umso glücklicher war ich, dass auch ihnen fast alles geschmeckt hat.

Liebe Alex, Natalia, Jasna, Kristin und Gaby – ich bin sicher, das Nama Foods wäre auch Euer Lieblingslokal von den von mir in London besuchten gewesen! Aber seht selbst, was uns Leckeres kredenzt wurde!

 

Gabriela entschied sich für die Pizza Pomodoro mit Walnüssen, Macadamia-„Ricotta“, Oliven, Pilzen, sonnengetrockneten Tomaten, karamellisierten Zwiebeln und Mandel-„Parmesan“. Eine wirklich köstliche Wahl!

Nach einigen charmanten Fettnäpfchen im Hinblick auf vegane „Eier“ bestellte Angela das „The Full English Breakfast“. Der Auberginen-„Schinken“ war oberlecker, wie auch meine jüngere Schwester urteilte. Ansonsten favorisiert sie doch eher den spanischen Schinken hehe!

Ich wählte die rohvegane Ceviche aus der Wochenkarte. Mit Austernpilzen, junger Kokosnuss, Avocado, Dulse-Algen, Schalotten, Tomaten, Orangen, Basilikum, Minze und Koriander-Kresse. Ebenfalls sehr lecker! Ich habe mir aber bewusst keine Beilagen dazu bestellt, um noch Platz für ein Dessert zu lassen. Und das war die Krönung:

Nun sagt selbst, sieht der Blaubeeren Cheesecake mit Paranüssen, Kokos und Cashew-Kernen nicht grandios aus? Und wie er erst geschmeckt hat! Auch sehr göttlich als Kontrast zum Süßen das getrocknete Himbeer-Granulat. Hmmm!

Nach anfänglichem Kosten bei mir hat sich Angela dann doch selbst noch ein Stück bestellt. Sehr zur Freude von dem charmanten Kellner Manfred.

Say „Cheese“ nach dem Cheesecake! Herzlichen Dank an das Nama-Team für das köstliche Mittagessen! Und lieben Dank an Manfred für die charmante und humorvolle Bewirtung! Ihr habt mich sehr inspiriert. Wenn ich mal wieder in London bin, werde ich auf jeden Fall wieder vorbei kommen. Mal sehen, wen ich dann im „Schlepptau“ haben werde!

Leider, leider blieb uns für einen gemütlichen Bummel durch das entzückende Notting Hill keine Zeit mehr, da wir uns wieder gen Heimat aufmachen mussten.

Good bye, London! We have been falling in love with you!

Resümee

Wir waren begeistert, wie charmant, höflich und hilfsbereit die Londoner waren. Und das durch alle Altergruppen hinweg. Selbst als wir unwissentlich und ohne böse Absicht einen reservierten Platz in einer Bar besetzt hatten, blieben die angetrunkenen jungen Männer noch ganz gentlemenlike und stießen fröhlich mit uns an.

Es war eine traumhafte Zeit mit Euch, liebste Gabriela und Angela! Warum haben wir so einen tollen Schwestern-Tripp nur nicht schon viel früher unternommen? Gemeinsam und in Freiheit Reisen ist wirklich ein besonderes Privileg, für das ich sehr dankbar bin. Es ist absolut nicht selbstverständlich. Aber Reisen ist dennoch eines der wenigen Dinge im Leben, bei denen man reicher wird, wenn man Geld ausgibt.

In veganer Hinsicht kann sich so manch europäische Stadt eine große Scheibe von London abschneiden. An fast jeder Ecke gibt es etwas Veganes zu kaufen und es ist überhaupt kein Problem, gemeinsam mit Nicht-Veganern essen zu gehen. Das rohvegane Angebot lässt mich in der Tat vor Neid erblassen! Hier sehe ich absolut Zukunftspotential.

Was habt Ihr für Erfahrungen in London gemacht? Wo soll ich das nächste Mal unbedingt hin?

Ich freue mich über Eure Kommentare und Anregungen.

Herzliche Grüße, Eure Vera

See you soon!

Laut der Vegansociety leben nach den neuesten Zahlen 542.000 Briten vegan. Das sind dreieinhalb mal mehr als noch 2006 prognostiziert. Der Brite Donald Watson war Gründer der Vegansociety im Jahre 1944, aber bereits vor über 2000 Jahren lebten Menschen vegan, bevor es die offizielle Bezeichnung dafür gab.

Im Vergleich zu den Zahlen in Groß Britannien lebten laut dem Vebu in Deutschland im Januar 2015 rund 900.000 Menschen vegan, das sind 1,1 % der Bevölkerung. Aktuell (Vebumagazin 2/2017) leben 1,3 Millionen Veganer in Deutschland. Ich finde es überaus erfreulich, dass die vegane Entwicklung immer weiter voran geht. Die Zahlen der Veganer, die in London leben, liegen mir nicht vor, aber vermutlich fast alle, laut der Dichte des veganen Angebots in London zu urteilen!

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